Panorama der Uferpromenade Ribeira mit ihren dicht gedrängten, bunten Häuserfassaden und der eisernen Ponte Dom Luís I im Hintergrund. Am Wasser reihen sich Cafés und Kioske entlang des Douro.

Porto in 3 Tagen zu Fuß mit ehrlichen Tipps

Porto in 3 Tagen zu Fuß zu entdecken, das funktioniert erstaunlich gut. Wir haben die Stadt genau so erlebt und nehmen dich in diesem Artikel Tag für Tag mit. Du erfährst, was sich wirklich lohnt, was du dir sparen kannst und wo es den besten Fisch gibt.

Reichen 3 Tage für Porto?

Ja, drei Tage reichen für Porto sehr gut aus. Fast alle Highlights liegen in der Altstadt und du erreichst sie bequem zu Fuß. Nur für den Ausflug ans Meer nach Matosinhos nimmst du am letzten Tag den Bus. Am besten wohnst du direkt in der Ribeira*, dem lebendigsten Viertel am Fluss.

Porto ist kompakt, aber ziemlich hügelig. Bequeme Schuhe sind deshalb wichtiger als jeder Reiseplan. Wir sind am Nachmittag angekommen und haben direkt den Sonnenuntergang am Douro mitgenommen. Besser kann sich eine Stadt kaum vorstellen. Das Licht auf dem Fluss, die Boote und die Altstadt am Hang haben uns sofort abgeholt. In dem Moment war klar, dass die nächsten Tage gut werden.

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Tag 1: Der große Altstadtrundgang zu Fuß

Am ersten vollen Tag sind wir einmal quer durch das historische Zentrum gelaufen. Wir haben bei den Kirchen gestartet, uns hinunter zum Fluss gearbeitet und sind über die berühmte Brücke gegangen. Für diesen Tag solltest du einen ganzen Tag einplanen, denn unterwegs gibt es viel zu sehen.

Igreja de São Francisco: Gold hinter schlichter Fassade

Unser erster Stopp war die Igreja de São Francisco. Von außen wirkt die Kirche fast unscheinbar. Innen ist dann aber alles mit Gold überzogen. Dieser Kontrast macht den Besuch besonders, und deshalb lohnt sich der Eintritt wirklich. Geh unbedingt rein, auch wenn dich Kirchen sonst weniger reizen.

Palácio da Bolsa: nur mit Führung und am besten vorab buchen

Gleich nebenan liegt der Palácio da Bolsa, die alte Börse der Stadt. Hier kommst du nur mit einer geführten Tour rein. Kauf dir die Tickets deshalb am besten vorab online*. Wir waren spontan ohne Ticket da und sind in einer spanischen Führung gelandet. Wenn du deine Tour auf Englisch oder Deutsch willst, buchst du also besser vorher.

Kathedrale von Porto und die Ponte Dom Luís I

Von der Börse ging es weiter hoch zur Kathedrale von Porto. Von dort aus erreichst du eines der absoluten Highlights der Stadt. Die Ponte Dom Luís I führt in luftiger Höhe über den Douro. Geh unbedingt zu Fuß hinüber und genieß die Aussicht. Der Blick über den Fluss auf beide Uferseiten war für uns der schönste Moment des Tages.

Mit der Seilbahn zu den Portweinkellern in Vila Nova de Gaia

Auf der anderen Flussseite in Vila Nova de Gaia sind wir mit der Seilbahn hinuntergefahren. Genau dort reihen sich die vielen Portweinkeller aneinander. Portwein probieren gehört hier einfach dazu. Wir haben uns eines der vielen Lokale ausgesucht und eine Verkostung mit Kroketten genommen. Der Laden sah dabei richtig stylisch aus, und direkt an der Quelle schmeckt der Wein noch einmal anders.

Bahnhof São Bento: ein kurzer Blick auf die Azulejos

Zurück auf der Altstadtseite lohnt sich ein kurzer Blick in den Bahnhof São Bento. In der Halle bedecken tausende blau bemalte Kacheln die Wände, die berühmten Azulejos. Sie erzählen Szenen aus der Geschichte Portugals. Für ein paar Minuten und ein Foto ist der Halt perfekt.

Mercado do Bolhão: Markt mit Atmosphäre

Weiter ging es zum Mercado do Bolhão. Dieser Markt war richtig cool und einer unserer Lieblingsorte am ersten Tag. Es gibt viele Smoothies, frisches Essen und eine lebendige Atmosphäre. Damit eignet sich der Markt perfekt für eine kleine Pause zwischendurch.

Avenida dos Aliados: Rathaus und der Porto-Schriftzug

Als Nächstes kamen wir an die Avenida dos Aliados. Der breite Boulevard ist groß, aber ehrlich gesagt wenig spektakulär. Ein kurzer Stopp lohnt sich trotzdem. Hier steht das Rathaus von Porto und direkt davor der große Schriftzug mit dem Namen der Stadt. Für ein schnelles Foto ist der Platz ideal.

Shopping: Rua de Santa Catarina gegen Rua das Flores

Zum Bummeln zieht es die meisten in die Rua de Santa Catarina. Für uns ist das die am meisten überbewertete Straße der Stadt. Du findest hier vor allem dieselben Läden wie in jeder anderen Fußgängerzone.

Ganz in der Nähe liegt allerdings die Rua das Flores, und die ist ein ganz anderes Kaliber. In dieser Gasse reihen sich Läden aus der Region, stylische Designer und kleine Manufakturen aneinander. Wenn du wirklich shoppen willst, dann hier.

Tag 2: Aussicht, Bücher und Kirchen

Der zweite Tag steht ganz im Zeichen von Ausblicken und schönen Gebäuden. Du steigst hoch hinauf, siehst die berühmteste Buchhandlung der Stadt und schaust in eine besondere Kirche. Auch dieser Tag funktioniert komplett zu Fuß.

Torre dos Clérigos: enger Aufstieg, große Aussicht

Am Morgen sind wir auf den Torre dos Clérigos gestiegen. Der Weg nach oben ist ziemlich eng und wird bei Gegenverkehr schnell zur Geduldsprobe. Die Aussicht über die Dächer von Porto entschädigt aber für jede Stufe. Von oben verstehst du erst, wie dicht sich die Stadt an den Hang schmiegt.

Livraria Lello: die berühmte Buchhandlung mit langer Schlange

Danach wollten wir zur Livraria Lello. Vor der Tür wartete allerdings eine unglaublich lange Schlange. Der Andrang liegt vor allem daran, dass viele hier einen Bezug zu Harry Potter vermuten. Ohne Reservierung würden wir gar nicht erst hingehen. Wir haben die Buchhandlung ausgelassen, weil wir keine zwei Stunden anstehen wollten. Wenn du rein möchtest, buchst du dir also besser vorab online ein Zeitfenster*.

Igreja do Carmo und Carmelitas: die Doppelkirche

Stattdessen haben wir uns die Doppelkirche Carmo und Carmelitas angeschaut. Zwei Kirchen stehen hier direkt nebeneinander, getrennt nur durch ein extrem schmales Haus. Die Fassade mit den blauen Kacheln ist ein schönes Motiv. Ein kurzer Stopp reicht völlig aus und lohnt sich auf dem Weg.

Tag 3: Ans Meer nach Matosinhos

Am letzten Tag haben wir die Altstadt hinter uns gelassen und sind ans Meer gefahren. Dieser Ausflug war das kulinarische Highlight unserer ganzen Reise. Nur für diesen Tag brauchst du kurz den Bus, der Rest bleibt entspannt.

Mit der Buslinie 500 am Fluss entlang ans Meer

Von der Ribeira sind wir mit der Buslinie 500 bis zur Markthalle in Matosinhos gefahren. Die Fahrt allein ist schon ein Erlebnis. Zuerst geht es am Fluss entlang und dann direkt am Meer. So kommst du entspannt und günstig raus an die Küste.

Die Markthalle von Matosinhos: unser bestes Essen

In der Markthalle wartete das beste Essen unserer ganzen Reise. Wir haben uns ins Restaurant gesetzt und sind dann mit dem Kellner zu den Fischständen gegangen. Dort haben wir unseren Fisch und die Meeresfrüchte selbst ausgesucht. Kurz darauf lagen sie frisch zubereitet auf unserem Teller. Frischer geht es kaum, denn hier kommt der Fang fast ohne Umweg vom Stand in die Küche.

Baden am Strand von Matosinhos

Nach dem Essen sind wir hinunter an den Strand und ins Meer. Ein kleiner Tipp am Rande: Das Wasser war hier deutlich wärmer als bei unserem Surfkurs in Ericeira. Ganz so sauber wie an anderen Stränden ist es allerdings nicht, was wohl am nahegelegenen Hafen liegt. Nach so einem Essen und bei der Wärme haben wir das aber gern in Kauf genommen.

Porto in 3 Tagen: Was lohnt sich wirklich?

Am Ende bleibt die Frage, was du auf keinen Fall verpassen solltest. Für uns waren es weniger die großen Namen und mehr die ehrlichen Momente. Hier unsere klare Einschätzung.

Das lohnt sich wirklich:

  • Der Gang zu Fuß über die Ponte Dom Luís I
  • Die Portweinverkostung in Vila Nova de Gaia
  • Der Mercado do Bolhão für Atmosphäre und Snacks
  • Der frische Fisch in der Markthalle von Matosinhos

Das kannst du dir sparen:

  • Shopping in der Rua de Santa Catarina, weil austauschbar
  • Die Livraria Lello ohne vorab gebuchtes Zeitfenster
  • Zu viel Zeit auf der Avenida dos Aliados

Unser Fazit zu Porto in 3 Tagen

Porto in 3 Tagen zu Fuß zu erleben, das können wir klar empfehlen. Die Stadt ist kompakt, abwechslungsreich und lässt sich fast komplett erlaufen. Am meisten in Erinnerung geblieben sind uns aber nicht die Sehenswürdigkeiten selbst. Es waren das Licht am Douro, der Blick von der Brücke und der frische Fisch in Matosinhos. Genau diese Momente machen Porto für uns zu einer Stadt, die man erleben und nicht nur abhaken sollte.

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